Kurz gesagt: Stellen Sie ein digitales Thermo-Hygrometer in Raummitte auf etwa 1–1,5 m Höhe, nicht an die Außenwand, nicht an Heizkörper oder Fenster und nicht in die Sonne. Lassen Sie es 30 Minuten ankommen und messen Sie über mehrere Tage, morgens und abends. Günstige Geräte weichen oft um 3–5 Prozentpunkte ab. Für das Schimmelrisiko zählt zusätzlich die Temperatur der kältesten Wandstelle – die zeigt kein Hygrometer.
Wo das Hygrometer hingehört
| Richtig | Falsch |
|---|---|
| Raummitte, Regal oder Tisch | Direkt an der Außenwand |
| 1–1,5 m über dem Boden | Auf dem Boden oder unter der Decke |
| Mit Abstand zu Heizkörper, Fenster, Tür | Auf der Fensterbank oder dem Heizkörper |
| Im Schatten | In direkter Sonne |
| Ein Gerät pro wichtigem Raum | Ein Gerät für die ganze Wohnung |
Nach dem Umstellen braucht das Gerät etwa 30 Minuten, bis es stabile Werte zeigt. Einzelne Messungen sagen wenig – aussagekräftig ist der Verlauf über mehrere Tage, am besten mit Werten am Morgen vor dem Lüften und am Abend. Viele Geräte speichern Minimum und Maximum.
Wie genau sind günstige Hygrometer?
Einfache Digitalgeräte geben meist eine Genauigkeit von ±3 bis ±5 Prozentpunkten an, bei hoher Feuchte oft schlechter. Zwei Geräte nebeneinander zeigen deshalb nicht selten 5 % Unterschied. Für die Einschätzung „normal oder dauerhaft zu hoch“ reicht das, für Grenzfälle nicht.
Einfacher Selbsttest: Das Hygrometer zusammen mit einem Schälchen Kochsalz, das mit wenigen Tropfen Wasser zu einem feuchten Brei angerührt ist, in einen dicht verschlossenen Beutel oder eine Dose legen. Nach 8–12 Stunden bei Zimmertemperatur sollte es etwa 75 % anzeigen. Die Abweichung merken Sie sich und rechnen sie künftig ein.
Warum die Wandtemperatur entscheidend ist
Schimmel wächst nicht in der Raumluft, sondern an Oberflächen. An einer kalten Wandstelle ist die relative Feuchte deutlich höher als in der Raummitte. Beispiel: Bei 20 °C und 50 % im Raum herrschen an einer 13 °C kalten Außenwand-Ecke näherungsweise schon fast 80 %.
So prüfen Sie das selbst:
- Raumtemperatur und Luftfeuchte in Raummitte ablesen.
- Mit einem Infrarot-Thermometer die Oberflächentemperatur an der verdächtigen Stelle messen – Ecken, Fensterlaibung, hinter dem Schrank, Fußleiste an der Außenwand. Am aussagekräftigsten an kalten Tagen.
- Beide Werte in den Taupunktrechner eintragen. Er zeigt, ob die Stelle im kritischen Bereich liegt.
Infrarot-Thermometer messen bei glänzenden Oberflächen ungenau; auf normalem Putz und Tapete sind sie für diesen Zweck brauchbar.
Und was ist mit Feuchtemessgeräten für Wände?
Baumarkt-Feuchtemesser mit zwei Metallstiften oder Kugelkopf messen die elektrische Leitfähigkeit oder Kapazität des Materials. Die Anzeige hängt stark vom Baustoff, von Salzen und von der Oberfläche ab und ist für Laien schwer zu deuten. Als Vergleich – „diese Stelle ist feuchter als jene“ – sind sie nützlich, als absoluter Wert nicht.
Messen über längere Zeit
Ob ein Schimmelproblem eher vom Raumklima oder von einer zu kalten Wand kommt, zeigt sich zuverlässig erst über mehrere Tage bis Wochen: Wie oft und wie lange ist die Wandoberfläche im kritischen Bereich? Dafür braucht man Messungen direkt an der Wand und eine Auswertung, die beides zusammenbringt.
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